Pfostenrechner

Prüfe den Knicknachweis für Holzstützen nach DIN EN 1995 für einen axialen Lastfall

P = 50 kNl = 300 cm
Pfosten-Eingaben

Belastung

Bemessungsdruckkraft, die auf die Stütze wirkt.

Wird für den Modifikationsbeiwert des Drucknachweises verwendet.

Geometrie

Verwende die maßgebende Knicklänge, nicht nur die lichte Höhe.

Pfostenbreite. Die kleinere Seite ist beim Knicken oft maßgebend.

Zweite Querschnittsseite. Vergleiche sie mit der Breite für die schwache Achse.

Material und Nutzung

Legt Druckfestigkeit und Steifigkeit für den Knicknachweis fest.

Beeinflusst den Bemessungswiderstand über die Feuchtebeanspruchung in Nutzung.

Holzstützen einfach erklärt

Eine Holzstütze trägt vertikale Drucklasten aus dem Bauteil darüber nach unten in das Auflager. In vielen realen Projekten ist nicht das Zerdrücken des Holzes die kritische Grenze, sondern der Stabilitätsverlust durch Knicken.

Dieses freie Tool prüft einen geraden Holzpfosten unter einer axialen Last. Die schwächere Achse wird automatisch berücksichtigt. So bekommst du einen schnellen ersten Check für Querschnitt, Knicklänge und Holzklasse.

Was ein Pfosten ist

Ein Pfosten oder eine Stütze ist ein vertikales Bauteil, das Lasten von oben nach unten weiterleitet. Ein Balken arbeitet vor allem in Biegung. Ein Pfosten arbeitet vor allem in Druck.

Die übliche Gefahr ist nicht nur das direkte Zerdrücken des Holzes. Ein schlanker Pfosten weicht oft vorher seitlich aus und verliert Stabilität. Genau um dieses Knickproblem geht es in diesem Tool.

Wo Holzstützen vorkommen

  • Carportpfosten unter Dachbalken oder Pfetten.
  • Vordere Stützen unter Terrassenüberdachungen und Vordächern.
  • Pergolapfosten an Ecken und in Zwischenfeldern.
  • Stützen bei Eingangs- und Fassadenvordächern.
  • Innenstützen in Holzrahmen oder beim Ersatz tragender Wände.
  • Temporäre Abstützungen oder einfache Holzunterstellungen.

Warum Holzstützen gut funktionieren

  • Gute Tragfähigkeit bei vergleichsweise geringem Eigengewicht.
  • Einfach auf der Baustelle zu bearbeiten und anzupassen.
  • Angenehme Wirkung in sichtbaren Konstruktionen.
  • Nachwachsender Baustoff bei passender Herkunft.
  • Oft wirtschaftlich für kleine und mittlere Tragwerke.

Der Vorteil zählt nur, wenn die Stütze passend bemessen ist. Gerade lange und schlanke Pfosten brauchen einen Stabilitätsnachweis und nicht nur eine grobe Schätzung.

Wichtige Begriffe

Knicken oder Drücken

Ein kurzer und gedrungener Pfosten kann durch reinen Druck versagen. Ein langer und schlanker Pfosten versagt oft früher durch seitliches Ausweichen. Dieser Fall tritt plötzlicher auf und ist im leichten Holzbau oft maßgebend.

Praktische Regel: Je länger und dünner der Pfosten ist, desto eher bestimmt das Knicken den Nachweis.

Knicklänge

Die Knicklänge ist die maßgebende wirksame Länge für den Stabilitätsnachweis und nicht nur die sichtbare Bauhöhe. Sie hängt von der Lagerung am Kopf und am Fuß sowie von verlässlichen Zwischenabstützungen ab.

Querschnitt

Der Querschnitt beschreibt Breite und Tiefe des Pfostens. Übliche kleine Holzquerschnitte liegen bei 10 x 10 cm, 12 x 12 cm, 14 x 14 cm oder größer. Oft ist die kleinere Seite für die schwache Achse maßgebend.

Holzfestigkeitsklasse

Nicht jedes Holz leistet das Gleiche. Die Festigkeitsklasse legt die Druckfestigkeit und Steifigkeit für den Nachweis fest.

  • C24: übliches Konstruktionsholz für Standardtragwerke.
  • GL24h: Brettschichtholz mit gleichmäßigen Eigenschaften und guter praktischer Reserve.
  • GL28h: leistungsfähigeres Brettschichtholz für höhere Lasten oder knappere Geometrie.

Wann ein genauer Check wichtig wird

  • Pfosten über etwa 2,5 m verdienen einen genaueren Blick. Ab etwa 3,5 m ist ein richtiger Stabilitätscheck meist der saubere Weg.
  • Hohe Dachlasten, mehrere aufgelegte Balken oder Geschosslasten.
  • Schlanke Verhältnisse mit Höhe zu Dicke nahe 20:1.
  • Genehmigungsrelevante Bauteile wie Vordächer oder Anbauten.
  • Bereiche, unter denen sich Menschen aufhalten.

Typische Startquerschnitte

Diese Werte sind grobe Startpunkte für C24-Pfosten. Sie ersetzen keine Bemessung. Reale Last, Knicklänge, Aussteifung und Holzklasse können den erforderlichen Querschnitt deutlich verschieben.

HöheTypischer QuerschnittTypische Anwendung
bis 2,5 m10 x 10 cmleichte Pergola, einfache Unterstellung
2,5 - 3,0 m12 x 12 cmCarport, Terrassenüberdachung
3,0 - 3,5 m14 x 14 cmhöheres Vordach, offene Dachkonstruktion
über 3,5 m16 x 16 cm+größere Überdachungen, hallenartige Bereiche

Nutze die Tabelle nur als Orientierung. Sobald du axiale Last und Knicklänge kennst, ist das Tool-Ergebnis wichtiger als der grobe Richtwert.

Typische Fehler

  • Zu kleiner Querschnitt, weil die Last harmlos aussieht.
  • Zu feuchtes Holz, das sich im Betrieb verzieht oder schwindet.
  • Fehlender Feuchteschutz im Sockel- und Anschlussbereich.
  • Ein steifer Fuß wird angenommen, ohne die Verankerung zu prüfen.
  • Der Lastweg aus dem Balken in den Pfosten wird nicht sauber betrachtet.

Kompletter Holzbau-Workflow: vom Dachbalken bis zum Fundament

Ein Pfosten steht selten für sich allein. In einem realen Projekt führt ein Nachweis oft direkt zum nächsten. Balkenreaktionen gehen in Pfosten, und Pfostenlasten gehen weiter in das Fundament.

Beispiel: Carport-Ablauf

  1. Einfeldträger-Rechner
    Starte bei Dachbalken oder Pfette. Dort liest du die Auflagerreaktionen ab, die später in die Pfosten eingehen.
  2. Pfosten-Rechner
    Hier prüfst du die vertikalen Holzstützen auf Druck und Knicken unter diesen Reaktionen.
  3. Fundament-Rechner
    Im letzten Schritt dimensionierst du das Betonfundament aus Bodenpressung und Pfostenlast.

Praktische Reihenfolge: Starte beim Balken. Dessen Reaktionen bestimmen oft die Lasten für die folgenden Checks.